Interrail 2023 – Teil 2

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Nach dem ersten Teil meines Interrail-Trips durch Luxemburg, Frankreich und Spanien folgt nun der zweite Teil – in der wunderbaren Schweiz. Notgedrungen bin ich ja mit dem Flieger angekommen, da die blöden Gallier mal wieder gestreikt haben. Ursprünglich hatte ich noch eine Übernachtung in Lyon eingeplant und wollte dann von dort direkt nach Zermatt durchfahren. Nun kam ich einen Tag früher in der Schweiz an.

Zürich HB

Ich weiß nicht, wie oft ich beruflich und privat schon am Flughafen Zürich war, aber es war oft; ich mag ihn auch – sehr übersichtlich und organisiert und die Verkehrsanbindung ist ebenfalls gut. Keine Stunde nach der Landung war ich bereits am Hauptbahnhof und auf der Suche nach der Gepäckaufbewahrung. Im Gegensatz zu den Schließfächern ist diese leider etwas versteckt und nur von außen erreichbar, d.h. man verlässt den HB zuerst zur Museumsstraße und wendet sich nach rechts. Kurz vor dem Banhofsquai ist dann rechts der Eingang zur Gepäckaufbewahrung.

Für meine nächsten beiden Stationen sollte das Handgepäck reichen, da wollte ich den großen Rucksack nicht mit mir rum schleppen. Also abgegeben und zurück in den Bahnhof. Schnell etwas Marschverpflegung eingekauft und ab in den Zug nach Bern.

Bern

Bern. Hauptstadt der Eidgenossenschaft. Ich war schon so oft in der Schweiz, aber nach Bern hatte ich es noch nie geschafft. Allerdings schon ins so genannte „Berner Oberland“, diese wahnsinnige Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau rund um Interlaken. Warum dieses Oberland den Namen der Hauptstadt trägt, wurde mir klar, als ich mich mit der Bahn näherte – die schneebedeckten Gipfel sind zum Greifen nah. Die Altstadt von Bern wird von der Aare in einer Schleife umflossen, die sich ein einem schmalen Tal eingegraben hat und die Altstadt daher wie auf einem Berg thronend daraus hervorhebt.

Da mein Besuch in Bern eher ungeplant war, hatte ich mich auch nicht großartig über die Stadt informiert – also habe ich nach dem Checkin im Swissotel Kursaal Bern den Bus in die Innenstadt genommen und einen Spaziergang durch die Altstadt gemacht. An vielen Ecken bestand zudem die Gelegenheit die Aussicht zu genießen und ich konnte meine „Peak Finder“-App mal nutzen – diese zeigt neben einer Silhouette der nächsten Berge auch direkt die Namen und Höhe an. Weiter gehts in der Altstadt. Diese hat mich aufgrund ihrer Bogengänge sehr an den Münsteraner Prinzipalmarkt erinnert. Wirklich sehr schön dort. Und überall die kleinen Geschäfte und Restaurants. Natürlich musste ich für ein Käsefondue noch einkehren. Danach hatte ich dann auch die passende Bettschwere. Am nächsten Morgen gönnte ich mir noch das umfangreiche Frühstücksbuffet im Hotel – die Köchin hat mir spontan noch Eggs Florentine (also mit Spinat) gemacht. Um neun Uhr war ich dann bereits wieder im Kurvenbahnhof – der Bahnhof liegt dort nicht an einer Gleis-Geraden, sondern einer langgezogenen Kurve. Dort ging es in den Interregio nach Visp, zuerst quer durchs Berner Oberland und dann durch den Lötschbergtunnel ins Wallis. In Visp dann der Umstieg in die Bahn Richtung Zermatt.

Zermatt

Nicht nur die Endstation Zermatt, auch schon die Fahrt aus dem Rhonetal das Mattertal hinauf ist spektakulär. Immer tiefer die Schluchten, ausgesetzter die Streckenführung und immer wieder blitzen die schneebedeckten Berge am Talabschluss auf. In Höhe von Randa führt die Strecke an den Bergsturzmassen von 1991 vorbei, die die eigentliche Streckenführung unter sich begraben hatten. Kurz darauf passierten wir Täsch, wo auch noch Schnee lag.

Kurz hinter der Station der Air Zermatt war dann ein erster Blick auf das Matterhorn zu erhaschen. Was für eine Schönheit. Vom Bahnhof aus ging es dann durch die Bahnhofstraße quer durch den Ort zu meinem kleinen Hotel. Ich hatte das statt auf Booking auf Hostelworld gefunden. Ein echter Geheimtipp – ok, das Bad ist auf dem Flur, dafür hat das Zimmer einen Balkon mit Matterhornblick und kostet gerade mal EUR 65 pro Nacht. Ein vergleichbares Hotelzimmer mit so einem Ausblick liegt locker bei EUR 180 pro Nacht – und eine Nacht ohne Bad auf dem Zimmer halte ich locker aus. Nach dem Checkin bin ich zurück zum Bahnhof gelaufen und gegenüber zur Gornergratbahn gegangen, um hoch in den Schnee zu fahren.

GoPro ans Fenster geschraubt und einfach mal vier Minuten laufen gelassen. Eine wunderbare Aussicht.

Die Station hoch über dem Gornergletscher bietet eine großartige Aussicht vom Monte Rosa Massiv bis rüber zum Matterhorn. Also hoch, Aussicht genossen und Bierchen getrunken. Abends zurück im Dorf dann in einem gemütlichen Wirtshaus noch ein in Käse eingeschweißtes Rösti genossen. Da sie’s zuerst vergessen hatten, gab’s sogar noch ein Bierchen auf’s Haus. Nach so viel Käse und frischer Luft lag ich früh im Bett – ich wollte aber auch früh wieder raus.

Am nächsten Tag stand ich bereits um fünf vor sieben am Rathaus, da man von dort den besten Blick auf das Matterhorn hat – den Sonnenaufgang wollte ich mir nicht entgehen lassen. Was soll ich sagen – das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Bereits zehn nach sieben lagen Gipfel und Ostwand in strahlendem Sonnenschein, scharf abgegrenzt am Hörnligrat.

Im Bahnhof konnte ich noch einen kurzen Blick auf den Glacier Express werfen – irgendwann will ich mit diesem Panoramazug auch mal fahren. Um kurz vor neun saß ich also schon wieder im Zug zurück nach Zürich.

Zürich und Luzern

Zurück in Zürich habe ich zuerst meinen großen Rucksack von der Aufbewahrung abgeholt. Dank der Piep-Funktion des AirTags war es auch möglich ihn zu finden, da die Mitarbeiter ihn wohl falsch weg geräumt hatten. Mit der Tram ging’s dann erstmal ins Hotel und in Ruhe unter die Dusche. Da meine Verabredung in Zürich krankheitsbedingt absagen musste, hatte ich noch einen „freien“ Abend. Also wieder ab zum Bahnhof und nach Luzern.

Luzern ist eine wunderbare Stadt, die ich im Laufe des vorherigen Jahres schon mal für einen Tag besucht hatte; also nix wie hin. Direkt am Vierwaldstätter See inmitten von Bergen gelegen ist Luzern gerade mal knapp eine Stunde mit der Bahn von Zürich entfernt. Da das Wetter in Luzern nicht gerade nach langem Aufenthalt im Freien einlud bin ich direkt bei „Bierliebe and Friends“ eingekehrt, der besten Kneipe für Craftbeer in der Stadt. Direkt an der Kapellbrücke, also sehr zentral gelegen.

Nach einigen Bierchen landete ich dann noch in der Open Stage Nacht des lokalen Irish Pubs und naja… irgendwie hinter dem Kinderschlagzeug 🙂

Um halb zwei war ich zurück in Zürich. Am folgenden Tag ging’s noch ein wenig durch die Stadt, bevor ich mich am 5. April mit dem Flieger auf den Rückweg Richtung Heimat machte. Der Flieger diente in diesem Fall als Hinflug, da ich für meine Reise nach Lugano im Mai den „Rückflug“ in die Schweiz genommen habe. Mehr dazu dort.

Fazit Interrail

Wenn die Franzosen gerade mal nicht streiken ist das Reisen mit der Bahn nach wie vor großartig. Also außerhalb von Deutschland. Wenn man die Zeit hat, kann ich es jedem nur empfehlen. Insgesamt habe ich 10 Orte mit insgesamt 14 Zugfahrten besucht, dabei 3.395 Kilometer mit der Bahn zurück gelegt und 1 Tag, 6 Stunden und 7 Minuten in Zügen verbracht.

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