Corona-Reisen: Tagestour Koblenz und Rheintal

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Deutsches Eck
Deutsches Eck von der Festung Ehrenbreitstein aus gesehen

Reisen zu Zeiten der Corona-Pandemie ist alles andere als einfach. Aber auch nicht unmöglich, sofern man sich an die Regeln hält. Um noch einmal meine BahnCard100 auszunutzen, bin ich für einen Tag nach Koblenz gefahren.

Adieu, BahnCard 100

So schnell kann ein Jahr vorbei sein. Und Dank Corona konnte ich vier Monate der Laufzeit meiner BC100 auch nicht wirklich nutzen. Schade, aber Gesundheit geht vor. Da ich allerdings berufsbedingt zwischendurch zweimal mit der Bahn und Maske unterwegs war und das sehr gut geklappt hat, wollte ich mich dann doch noch mit einer kurzen Tour von der BahnCard 100 verabschieden. Erstmal. Denn wenn es irgendwann mal besser wird, werde ich mir sicher wieder eine holen.

Auf ins Rheinland

Da ich nur einen Tagestrip machen wollte und daher nicht ewig im Zug verbringen wollte, hatte ich mich recht schnell für Koblenz entschieden. Keine zwei Stunden Fahrt, kulturell interessant und schön am Rhein gelegen.

Bahnfahren mit Mund-Nasen-Schutz

Natürlich macht es keinen Spaß, mit MNS Bahn zu fahren. Aber es muss halt sein. Und soweit ich gesehen haben, hatten sich im ICE alle dran gehalten. Insofern war die Anreise kein Problem.

Koblenz

Der Hauptbahnhof in Koblenz liegt relativ zentral, ist aber ansonsten recht unspektakulär. Will man noch näher in die Innenstadt, kann man auch mit dem RB/RE bis Koblenz Stadtmitte fahren. Da bestes Wetter war, wollte ich aber lieber direkt zum Rhein, der knapp 800 Meter entfernt ist. Von dort ging es in bestem Sonnenschein das Ufer entlang bis zum Deutschen Eck – das sind knapp 2 km Fußweg.

Deutsches Eck

Deutsches Eck Koblenz
Deutsches Eck – Zusammenfluss von Rhein und Mosel

Der Zusammenfluss von Rhein und Mosel gab Koblenz schon zu Römerzeit den Namen „Conflluentes“ (Zusammenfließen), aus dem dann irgendwann Koblenz wurde. Diese künstliche Landzunge wird mittlerweile wieder beherrscht von einem monumentalen Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der standbildfreie Sockel als Symbol für die Einheit Deutschlands zum nationalen Denkmal erhoben; ein Status, der mit der Deutschen Einheit 1990 weg fiel. Kurz darauf wurde das restaurierte Standbild neu aufgestellt. Drumherum stehen noch Flaggen aller Bundesländer. Ganz ehrlich – kann man sich mal ansehen, aber dann ist auch gut.

Rheinseilbahn Koblenz

Als nächstes bin ich mit der Rheinseilbahn hoch zum Plateau der Festung Ehrenbreitstein gefahren. Die Seilbahn hoch über dem Rhein bietet eine echt schöne Aussicht und überwindet die 112 Höhenmeter und 890 Meter Strecke in knapp 5 Minuten. Die Kabinen sind angenehm groß und bieten eine Panoramaaussicht. Da die Seilbahn als Schauseilbahn des Herstellers Doppelmayr aus Österreich dient, gibt es noch zwei Sonderkabinen. So hat die Kabine 17 ein Glaselement im Kabinenboden und Kabine 18 ist als „ÖPNV-Version“ ausgelegt – mit alternativer Sitzanordnung und Infosystem.

Festung Ehrenbreitstein

Festung Ehrenbreitstein Koblenz
Festung Ehrenbreitstein über dem Rhein

Auf dem Plateau Ehrenbreitstein angekommen, bin ich zuerst durch den Festungspark zur Aussichtsplattform spaziert, die man hier über die Baumgrenze gebaut hat. Von dort hat man einen schönen Blick weit über Koblenz hinaus. Markant zu sehen natürlich das Deutsche Eck.

Die Festung selbst hat diesen Namen durchaus verdient, besteht sie gefühlt doch vor allem aus sehr großen und imposanten Mauern. Hier hat auch das Ehrenmal den Deutschen Heeres seinen passenden Platz gefunden.

Aufgrund des guten Wetters – und da coronabedingt eh viele Innenräume zu waren – bin ich dann recht fix auch wieder runter an die Rheinanlagen gefahren und wieder Richtung Hauptbahnhof spaziert.

UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Da ich noch ein wenig Zeit hatte, wollte ich nicht direkt zurück nach Hause fahren – also jonglierte ich ein wenig mit passenden Zügen und hatte schließlich eine gute Verbindung gefunden. Noch „eben“ zum Frankfurter Flughafen und von dort zurück nach Duisburg. So konnte ich über die linke Rheinstrecke durch das Obere Mittelrheintal fahren, die immerhin zu einer der landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands zählt.

Die Bahn folgt dabei dem Lauf des Rheins, so dass man durchgehend einen großartigen Blick auf die Landschaft wie zum Beispiel den Loreley-Felsen hat. Weinberge und eine gute Handvoll Burgruinen inklusive. Rheinromantik pur. Auf der Fahrt Richtung Süden setzt man sich daher am besten links in Fahrtrichtung ans Fenster.

In Frankfurt Flughafen bin ich dann direkt in den Gegenzug gestiegen, der mich dann über die rechte Rheinstrecke – landschaftlich nicht so spektakulär – zurück in den Pott gebracht hat.

Fazit

Zugegeben, von Koblenz habe ich nun doch nicht ganz so viel gesehen, aber das Rheinufer, die Seilbahn und die Aussicht von Ehrenbreitstein lohnen allein schon den Besuch. Wenn man dann noch die Zeit hat, die linke Rheinstrecke weiter runter zu fahren, sollte man auch das machen. Es war jedenfalls ein schöner Abschluss für die BC100

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