Cluburlaub: Aldiana Fuerteventura

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Sonnenaufgang im Aldiana Fuerteventura
Sonnenaufgang im Aldiana Fuerteventura

Es ist immer noch Corona. Aktuell ist die Omikron-Variante en Vogue. Da ich 2021 aber fast komplett durchgearbeitet habe, war ein Urlaub mal wieder dringend fällig. Nach vielem Hin- und herüberlegen hatte ich mir schon das eine oder andere Ziel überlegt. Allerdings ging mir auch das Angebot vom Aldiana Fuerteventura mit dem sog. ClubOffice nicht aus dem Kopf. Also Cluburlaub und Homeoffice zu kombinieren – das klang grundsätzlich interessant, aber ob ein Cluburlaub überhaupt etwas für mich ist, wollte ich erstmal testen, bevor ich mich für längere Zeit dort zum Arbeiten einmiete.

Erster Anlaufpunkt: Schauinsland Reisen

Ich hatte ja schon zweimal Urlaub über Schauinsland Reisen gebucht. Einmal nach Teneriffa und dann noch nach Sizilien – also habe ich mir gedacht, dass die Buchung vom Aldiana Fuerteventura auch am besten über‘s Reisebüro gemacht wird, vor allem, da ich ein paar Sonderwünsche hinsichtlich des Fluges hatte. Die konnten leider nicht alle erfüllt werden, aber das Team von Schauinsland hat sich super rein gehängt, um mir doch eine annehmbare Pauschalreise zu organisieren.

Flug und Transfer – Die Anreise

Zugegeben, ich wäre lieber mit meinen bevorzugten Airlines geflogen, aber die Tatsache, dass der Flug dann teurer gewesen wäre und ich auch noch einen Transfer selber hätte organisieren müssen (die Clubanlage liegt gut 80 km vom Flughafen entfernt), hat mich dann doch überzeugt, das ganze als Pauschalpaket zu buchen.

Flug mit Condor

Ok, mit Condor bin ich schon mal nach Teneriffa geflogen und es war damals ganz ok. Nun bietet Condor offenbar auch eine Business-/ Premium-Kategorie an, die ich dann gebucht habe, um einen freien Platz neben mir zu haben; Corona und so. Das und freies Essen und Getränke sind aber die einzigen Vorteile, ansonsten ist das ein Witz. Der Sitzabstand ist gefühlt geringer als bei Eurowings in der Eco – und ich bin mit 1,79 ja nicht unbedingt ein Riese. Durchaus auszuhalten, aber bei „Premium“ hätte ich etwas mehr erwartet… Das Personal war aber äußerst freundlich.

Transfer zum Club

Eine einsame Seele klatschte bei der Landung, ist sicher ungewöhnlich für so einen Ferienflieger. Im Ankunftsgebäude folgte dann schnell die Kontrolle des QR-Codes der spanischen Tourismus-Einreise-App. Einige Länder sind da echt gut organisiert, was Kontaktverfolgung etc. angeht. Der Scanner piept – Bienvenido.

Sonntagsmittags kommen wohl nicht so viele Flieger an- jedenfalls nicht im Januar. Gerade mal zwei Gepäckbänder waren in Betrieb und die Loader wohl auf Zack. Ich hatte jedenfalls knapp 15 Minuten nach der Landung meinen Koffer. Der Transfer-Desk war schnell ausgemacht und die nette Dame händigte mir dann auch ein Begrüßungsschreiben mit den aktuellen Corona-Richtlinien, Clubinfos und einem Meldeschein aus, der bitte ausgefüllt werden soll – ich werde nie verstehen, warum die meine Daten aus den Reisedaten nicht einfach übernehmen können… Dann nannte sie mir meinen Bus und bemerkte noch, dass wir noch auf einen verspäteten Flieger warten müssten; also habe ich mir erstmal ein einheimisches Bier gegönnt, in Ruhe den Meldeschein ausgefüllt und mich durch die Infos gelesen.

Meinen Minibus hatte ich schnell gefunden, der Koffer war fix verstaut und dann hieß es warten auf die Maschine aus Frankfurt. Das hat alles in allem leider gut ne Stunde gedauert. Ok, passiert und bei Pauschalreisen sicher nicht unüblich, dass man mal warten muss – aber da ich durch wenig Schlaf und doch längerer Anreise schon etwas platt war, war das nicht gerade ein positiver Eindruck. Als die anderen fünf Gäste schließlich eingetroffen waren, ging es endlich Richtung Süden. 80km durch etwas, was ich wohl am ehesten mit Mondlandschaft oder Felswüste in Verbindung bringen würde. Bis auf ein paar Sträucher habe ich keine Vegetation erkennen können. Hier sieht man sehr deutlich, dass Fuerteventura eine Vulkaninsel ist.

Als wir uns Morro Jable näherten, einer Ortschaft im Süden der Insel, wurden dann die ersten Hotels sichtbar und kurz hinter dem Ortseingang dann auch die Clubanlage vom Aldiana Fuerteventura.

Aldiana Fuerteventura – der Club

In der Anlage angekommen ließen wir die Koffer einfach am Eingang stehen (die werden zum Zimmer gebracht) und gingen zum Check-In. Durch den vorher ausgefüllten Meldeschein ging der recht fix, mein Zimmer wurde mir auf dem Anlagenplan gezeigt und mir eine Trinkflasche ausgehändigt – so kann man überall Wasser nachfüllen und Einwegflaschen und der damit verbunden Müll werden vermieden. Das gefällt.

Wasserflasche Aldiana Fuerteventura
Wiederverwendbare Wasserflasche

Die Anlage

Ja, ich bin normalerweise recht stolz auf meinen Orientierungssinn. Und Karten lesen kann ich normalerweise auch. Aber hier habe ich mich auf der Suche nach meinem Bungalow erstmal verlaufen :-p

Die Anlage wurde 1982 direkt an der Steilküste inmitten eines botanischen Gartens angelegt, der einen schönen Kontrast zur recht trostlosen Felslandschaft bei der Anreise bietet. Neben dem Hauptgebäude, in dem auch Hotelzimmer untergebracht sind, gibt es zur Küste hin inmitten verwinkelter Wege eine ganze Menge weiß verputzter Bungalows. Nach ein paar Tagen hat man die Wegführung drin, aber beim ersten Mal ist es schon verwirrend.

Zentral zwischen Haupthaus, Hauptrestaurant und den Bungalows liegt der Außenpool mit der davor liegenden Showbühne. Die Stühle und weiter oben Tische vor der Bühne sind ansteigend wie in einem Amphietheater angelegt. Ansonsten gibt es noch eine Poolbar, ein paar Boutiquen, Tennisplätze, einen – aufgrund von Corona derzeit geschlossenen – Nachtclub, ein Theater, das Welldiana-Spa mit Indoor-Pool sowie ein doch recht gut ausgestattetes Fitness-Studio. Und für die Kids den Flosse-Club. Am Strand dann noch das (kostenpflichtige) Strandrestaurant „Las Gaviotas“ mit Bar mit großartigem Blick auf das Meer. Und sicherlich hier und da noch was, was ich noch nicht entdeckt habe. Denn wie gesagt – im Aldiana Fuerteventura kann man sich auch verlaufen.

Zimmer im Bungalow

Mein Bungalow lag in der Nähe des Panoramawegs, der oben an der Küste entlang führt, so dass ich bei geöffneter Terrassentür die Brecher des Atlantiks an die Küste branden hören konnte. Sehr entspannend und überaus einschläfernd übrigens.

Die Ausstattung bestand aus Doppelbett, Couch, Kapsel-Kaffeemaschine, Mini-Kühlschrank, Schrank mit Safe und großem Badezimmer. Dazu noch zwei Liegen und ein kleiner Tisch auf der zum Panoramaweg / Meer hinaus gehenden Terrasse… Vielleicht bin ich einfach zu oft in Business-Hotels unterwegs, aber ein ordentlicher Schreibtisch mit Stuhl wären schön gewesen. Und gerne statt der Kapselmaschine ein Wasserkocher. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau :-p

Das Essen im Aldiana Fuerteventura

Um es kurz zu machen – es ist super. Abwechslungsreich und vielfältig. Und viel zu viel. Erst am zweiten Tag habe ich gemerkt, dass es noch einen zweiten Buffetraum mit noch mehr Essen gibt. Ab dem zweiten Tag habe ich auch das Mittagessen ausgelassen, damit ich nach meiner Rückkehr wenigstens noch in ein paar Hosen passe. Es ist aber auch zu lecker… hier mal ein paar Eindrücke.

Connect Friends – die Anlaufstelle für Alleinreisende

Als ich am ersten Abend ins Restaurant kam, erkannte einer der Kellern direkt, dass ich wohl neu war und zeigte mir direkt einen für Alleinreisende reservierten Tisch. Und da war ordentlich was los. Einfacher bekommt man sicher nicht Anschluss, ist ne super Idee. Seitdem bin ich jeden Abend an diesem Tisch gewesen, um mit den anderen zu plaudern und danach noch einen Absacker an der Poolbar zu nehmen. Erstaunlich dabei fand ich, wie viele Alleinreisende es gibt, die aber keine Singles sind, sondern wo der Rest der Familie zuhause blieb (aus unterschiedlichsten Gründen).

Aktivitäten und Entertainment im Aldiana Fuerteventura

Die Clubanlage bietet einen Vielzahl von Angeboten, von gechillt bis aktiv. Es bleibt aber jedem Gast selbst überlassen, ob er/sie das annimmt oder sich einfach nur nen entspannten Tag macht. Letzteres war meine Hauptaktivität. Mit einem Buch an die Bar, nen Tee und später Cocktail und dann die Sonne ihren Dienst verrichten lassen. Zu den anderen Aktivitäten kann ich daher nicht viel sagen.

Abends werden auf der Showbühne dann vom Entertainment-Team wechselnde Shows geboten oder es spielt eine Liveband. Grundsätzlich solide Unterhaltung, doch durch das in Spanien herrschende Tanzverbot ist man dann doch etwas gehemmt.

Das Personal

So toll eine Anlage auch ist, so ein Club steht und fällt mit dem Personal. Und das ist beim Aldiana Fuerteventura echt auf Zack. Aufmerksam, immer freundlich und herrlich unaufdringlich. Das Housekeeping kommt täglich, wenn man das nicht möchte, hängt man einfach das Schild vor die Tür (muss IMHO auch nicht sein). Die Animateure laden zu Aktivitäten ein, drängen aber niemanden dazu. Und die Kellner an der Poolbar wissen fix Deine Stammgetränke.

Aldiana Fuerteventura – Corona-Maßnahmen

Der Betrieb einer touristischen Anlage ist zur Zeit nur mit Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen möglich. Daher ist der Club auch nur zur Hälfte belegt, die Disco geschlossen (Tanzveranstaltungen sind in Spanien generell untersagt), in den öffentlichen Bereichen trägt man Maske und die Reinigungscrew ist permanent unterwegs. Für mich sieht das alles sehr ordentlich aus.

Das ClubOffice by Aldiana

Wie anfangs erwähnt, reizte mich ja vor allem die Vorstellung, hier nochmal hinzureisen und dann von dort zu arbeiten. Unter den Alleinreisenden waren auch welche, die diese Zimmerkategorie (denn genau genommen ist es das) gebucht hatten, also konnte ich mich mal nach der speziellen Ausstattung erkundigen. Leider bekommt man wohl nur einen mobilen Laptopständer, also eine Art rollbaren (Steh-)Tisch und einen entsprechenden Hocker. Für 8 Stunden „HomeOffice“ eher suboptimal, wie ich finde.

Ich hatte bei der Rezeption dann mal gefragt, wie es mit einem normalen Schreibtisch und einem „ordentlichen“ Bürostuhl aussieht. Da auch Konferenzräume mit entsprechendem Mobilar im Club vorhanden sind, dürfte das durchaus möglich sein, wäre aber individuell mit dem MICE-Team zu klären und zu bepreisen. Ich denke drüber nach.

Fazit zum Cluburlaub

Die Lage ist super, die Anlage bietet alles, was man braucht, das Personal ist auf Zack und das Essen schmeckt prima. Alles klare Pluspunkte. Aber seien wir ehrlich – billig ist so ein Urlaub nicht. Aber wenn man einfach mal ein paar Tage den Kopf ausschalten will ohne sich um irgendwas kümmern zu müssen, ist das sicher nicht verkehrt.

Teste ich das ClubOffice? Es ist nach wie vor eine attraktive Idee, ausschließen möchte ich das nicht. Aber wahrscheinlich nicht unbedingt in der angebotenen Form – wenn, dann eher mit richtigem Tisch und Stuhl. Aber dazu frage ich dort sicher mal an.

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