United fliegt ins nächste PR-Desaster

Als ob die Sache mit den Leggins der beiden Mädchen nicht genug gewesen wäre. Nun schmeißt United auch noch einen regulären Fluggast gewaltsam aus der Maschine.

Überbuchungen kommen vor

Natürlich kann es mal vorkommen, dass Flüge überbucht sind. Ich bin selbst mal gegen einen entsprechenden Bonus zurückgetreten, habe also Platz gemacht. In diesem Fall war es wohl so, dass United unbedingt noch eine Crew mitnehmen musste – allerdings fand sich kein Passagier, der zurückbleiben wollte. Und das trotz der gebotenen Benefits: erst $400, dann $800 – bis $1.300 hätten die gehen können.

Also blieb nur die Wahl, zufällig Passagiere auszuwählen. Die Auswahl selbst hat wohl ein Computer erledigt. Drei Passagiere folgten dann der Aufforderung, einer weigerte sich.

Was bei United aber schief gelaufen ist

Und hier beginnt das eigentliche Dilemma von United. Hausrecht hat die Crew – wenn die entscheidet, dass man die Maschine zu verlassen hat, muss man dem Folge leisten. Man kann das Unternehmen – in diesem Fall United – nachher auf Teufel komm raus verklagen, aber die erste Entscheidungsinstanz liegt halt bei der Crew. Hier hat der Mann sich geweigert und somit quasi einen „Luftsicherheitsvorfall“ provoziert. Der Crew blieb daher nicht anderes möglich, als den Mann durch die Security entfernen zu lassen. Die Art und Weise des „unmittelbaren Zwangs“ ist natürlich unter aller Sau, war rein auf das Hausrecht bezogen aber das letzte Mittel der Wahl.

Soweit hätte es aber nicht kommen dürfen. United hat das Boarding trotz Überbuchung durchgeführt und dann erst versucht, Gäste zum Rücktritt zu überreden. Normalerweise hätte bereits der Checkin beim letzten möglichen Gast geschlossen werden und die anderen Gäster direkt umgebucht werden müssen. Das ist keine Raketenwissenschaft, sondern tägliches Brot. Keine Ahnung, warum das nicht funktioniert hat. Die Gäste wären verärgert gewesen, aber so ein PR-Supergau wie nun wäre United sicherlich erspart geblieben.

Das Netz empört und amüsiert sich

Da der Vorfall direkt in der Kabine erfolgte, ist es kein Wunder, dass das Video im Netz direkt kursierte und sich alle Welt empörte. Aber wie so oft, wurde auch die Kreativiät angepornt, wie viele Fake-Werbungen zeigen.

United Airlines ‚Overbooked Flights‘ Campaign

United Airlines drags out new campaign, solving ‚Overbooked Flights‘! #UnitedSuperiorClass
#United #UnitedAirlines #Flight3411 #Chicago #Louisville #Overbooked #campaign #shameonyou

Posted by Zoo Agency on Tuesday, April 11, 2017

 

Aber auch Mitbewerber wie Emirates sind auf den Zug aufgesprungen und nutzen die Gelegenheit, Salz in die Wunde zu streuen.

Fazit

Bei diesem Vorfall ist bei United vieles schief gelaufen. Zuerst natürlich die Überbuchung an sich. Insbesondere aber die Unfähigkeit, das bereits beim Check-In zu lösen. Und in der Kabine dann, dass die Crew bei den gebotenen Benefits nicht das Limit ausgeschöpft hat, bevor sie die zufällige Auswahl durchgeführt hat. Natürlich war die Aktion unter aller Sau – aber albern sind nun die Boykott-Aufrufe; insbesondere von Leuten, die nicht im entferntesten in nächster Zeit eine Reise mit United geplant hatten…

Comments: 0

Your email address will not be published. Required fields are marked with *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.