Musée du Louvre

Musée du Louvre – mehr als nur die Mona Lisa

Das Musée du Louvre oder auch kurz Louvre ist mit Sicherheit eines der berühmtesten, wenn nicht sogar DAS berühmteste Kunstmuseum der Welt. Es ist – gemessen an der Besucherzahl – das größte Museum der Welt und – gemessen an der Ausstellungsfläche – das drittgrößte. Daher stand es auf meiner Kunst-Bucket-List auch recht weit oben. Nach den Uffizien in Florenz und dem Prado in Madrid nun also das nächste Highlight und maßgeblicher Grund für meinen Kurztrip nach Paris.

Das Gebäude-Ensamble des Louvre

Jeder hat sicher schon mal ein Bild des Louvre gesehen. Meistens der Eingangsbereich mit der modernen Glas-Pyramide, umrahmt von klassischen Schlossflügeln. Aber das ist auch nur ein Teil. Komplett kann man den Louvre eigentlich nur aus der Luft, bzw. vom Eiffelturm sehen.

Grob gesagt besteht der Louvre aus den beiden imposanten seitlichen Flügeln „Denon“ (zur Seine hin gelegen) und „Richelieu“, verbunden durch den kürzeren „Sully“ genannten Hauptteil des ursprünglichen Schlosses. Dieser Teil ist in vier gleichen Flügeln um einen Innenhof gebaut.

Zentral auf dem Platz davor steht seit den 80ern die Glaspyramide, die den unterirdischen Haupteingang des Gesamtkomplexes überdeckt. Zentral auf dem gegenüber liegenden Kreisverkehr befindet sich die nach innen ausgerichtete zweite Pyramide; im Gegensatz zu Dan Brown’s Roman „Der da Vinci Code“ und der gleichnamigen Verfilmung von Ron Howard verläuft der mit den Arago-Medaillons markierte Paris-Meridian (im Buch/Film als „Rosenlinie“ tituliert) allerdings nicht über die Pyramide.

Einlass

Der Louvre öffnet um neun, also hatte ich in weiser Voraussicht online direkt für neun Uhr reserviert. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Warteschlange geben würde, also war ich bereits um viertel nach acht vor Ort um mich anzustellen.

Pünktlich um neun wurden die Türen geöffnet und ich kam direkt an dritter Stelle durch die um die Zeit eher rudimentär durchgeführte Sicherheitskontrolle. Danach nahm ich die Beine in die Hand, schließlich hatte ich ein Date mit einer berühmten Italienerin.

Die Sammlung des Louvre

Annähernd 380.000 Werke zählt laut Wikipedia die Gesamtsammlung des Louvre – davon sind 35.000 Exponate ausgestellt. Eine gute Vorbereitung ist das A und O – sonst ist man schnell überfordert. Besser man überlegt sich vorher, was man ansehen will und nimmt sich dann entsprechend Zeit.

La Gioconda

La Gioconda (Mona Lisa)
La Gioconda (Mona Lisa)

Der kurze Sprint (bzw. der schnelle Gang) um vor den Gruppen und Horden weiterer Touristen zur Mona Lisa zu kommen hat sich gelohnt. Kommt man die (Roll-)Treppen herunter ist ihr Saal im zweiten Stock des Denon-Flügels auch schon überall ausgeschildert, so dass ich direkt dorthin eilen konnte. Lediglich bei Delacroix’ Bild „Die Freiheit führt das Volk“ machte ich kurz halt, primär aber, um mir die Lage einzuprägen und nachher wieder zu kommen.

Da war ich nun – im Saal der Mona Lisa. Außer mir waren nur zwei weitere Touristen und ein Aufseher da. Eine Stunde später waren gut 300 Leute im Saal; da war an eine ruhige Betrachtung von da Vincis Meisterwerk nicht mehr zu denken.

La Gioconda (Mona Lisa) hinter Glas
La Gioconda (Mona Lisa) hinter Glas

Diese italienische Dame ist sicherlich eines der Highlights der Sammlung. Ich hatte mir aber irgendwie mehr versprochen. Die Zurschaustellung wirkt lieblos. Hinter dickem Glas in einer nach hinten verschobenen Nische einer Zwischenwand, die eine verlagerte Stirnwand des Saals darstellt. Die anderen Exponate im gleichen Saal tun mir irgendwie leid… niemand beachtet sie so richtig, da alle nur in eine Richtung starren.

Das vielfach gerühmte Lächeln fand ich jetzt nicht so spannend. Da hatte mich die Büste der Nofretete mehr beeindruckt, hatte ich dort ja auch den Eindruck, sie würde mich direkt anstarren. Aber so ist die Kunst – nicht immer ist der Eindruck auf jeden gleich.

Renaissance-Malerei

Neben der Mona Lisa hat der Louvre aber auch sehr viele Exponate der französischen und flämischen Malerei sowie eine umfangreiche Sammlung der Renaissance zu bieten. Allerdings etwas zu viel des guten – nach der zwölften dunklen Kreuzigungs-Szene wird es irgendwann langweilig.

Antikensammlung und Kronjuwelen

Zumeist wird der Louvre mit der Gemäldesammlung assoziiert, dabei gibt es auch eine umfangreiche Skulpturensammlung – so hat beispielsweise die Venus von Milo ihre Heimat im Sully-Flügel gefunden

Der Louvre – Versuch eines Fazits

Sehr gr0ß. Viel Kunst. Beeindruckende Meisterwerke. Es ist die schiere Masse, die einen dort erschlagen kann. Daher empfehle ich auf jeden Fall, sich vorher zu überlegen, was man sich ansehen, was man grob überfliegen und was man auslassen möchte. Dann kann ein Besuch sicherlich eine schöne Erfahrung sein. Auch ist es empfehlenswert, direkt morgens zur Eröffnung zu starten, bevor die ganzen Reisebusse eintreffen. Als Ausgleich zur dunklen Renaissance des Louvre empfehle ich dann noch das am anderen Seine-Ufer gelegene Musée d´Orsay.

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