Lilium

Lilium Jet erstmals abgehoben

Neuigkeiten aus Süddeutschland; das Münchener Startup Lilium vermeldet nun den Erstflug des Lilium Jets. Nachdem bereits im April 2017 der Erstflug des Prototyps erfolgreich absolviert wurde, hat nun auch die Weiterentwicklung diesen Meilenstein absolviert.

Der Lilium Jet

Im Gegensatz zum zweisitzigen Technologie-Prototyp verfügt der final designte Lilium Jet über fünf Sitze und wird von 36 kleinen Elektromotoren angetrieben, die zum Reiseflug gekippt werden. Durch den Auftrieb von Rumpf und Tragflächen ist dann eine höhere Reisegeschwindigkeit (ca. 300 km/h) möglich, als beispielsweise in einem Hubschrauber. Im Prinzip wie eine Mini-Version einer Bell-Boeing V-22 „Osprey“.

Zuerst noch von einem Piloten gelenkt soll das System final komplett autonom laufen, um damit auch die Kosten so weit runter zu schrauben, dass es nicht mehr kostet, als die „Fahrt mit dem eigenen Auto“, wie es in der SZ heißt.

uber für die Luft

Lilium will sich mit der Eigenentwicklung als Anbieter für On-Demand Lufttransport positionieren, dabei soll die Bestellung einfach per App möglich sein, wie bei uber oder mytaxi. Dass es dabei noch leise und emissionsfrei sein soll, ist in Zeiten der Klimadiskussion sicher nicht ganz uninteressant.

Zudem wäre Lilium das erste zivile VTOL-Flugzeug; also mit der Fähigkeit, senkrecht zu starten und zu landen. Eigenschaften, die sowohl im städtischen wie auch im schlecht erschlossenen ländlichen Raum relevant sein können. 

Auch Investoren sind sehr interessiert an diesem neuen Marktsegment. Bereits im vorletzten Jahr hatte Lilium 90 Millionen in einer zweiten Finanzierungsrunde eingesammelt.

Wie geht es mit Lilium weiter?

Eine Zulassung der Luftfahrtbehörden ist bis 2024 angepeilt, zuerst in der Version mit Pilot. Hier gelten die etablierten Regeln für bemannte Luftfahrzeuge. Für autonome Luftfahrzeuge mit Fracht / Passagieren existieren solche Regelungen aber noch gar nicht, bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

2025 sollen dann erste kommerzielle Flüge mit dem Lilium Jet stattfinden. Dazu werden Gespräche mit möglichen Test-Städten weltweit geführt. Es wäre zu schön, um wahr zu sein, wenn der Test bei einer deutschen Stadt laufen würde. Hier hätte man eine echte Chance einer Innovation und eines Alleinstellungsmerkmals. Ich fürchte aber, dass der deutsche Regulierungswahn das nicht zulässt und es ähnlich vergeigt wie München damals mit dem Transrapid.

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