Imagine

4. Juli in New York

Nach gut 16 Jahren ging es wieder nach New York. Damals war ich nur für einen eineinhalbtägigen Stopover auf dem Weg nach Alaska kurz in der Stadt, die Zeit reichte also gerade mal für’s Empire State Building. Dieses Mal wollte ich die Stadt aber gerne besser kennenlernen. Und was ist dazu besser geeignet als den Independence Day dort zu verbringen, der zufällig auch mein Geburtstag ist. Der 4. Juli in New York.

Sich selbst mit New York beschenken

Manchmal muss man sich was gönnen. Jahrelang habe ich Lufthansa-Meilen und AccorHotel-Punkte gespart, um mir irgendwann mal was zu gönnen. Nur was wußte ich lange nicht – bis ich Ende 2017 schaute, an welchem Tag ich denn meinen 40. Geburtstag feiern würde. Normalerweise fällt dieser immer irgendwie auf das Schützenfest, aber ausgerechnet in diesem Jahr erst auf den Mittwoch danach. Also habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht: Flug mit der Lufthansa Business Class und dann fünf Tage vor Ort im Sofitel New York.

Das Routing: DUS – FRA – JFK – FRA – DUS

Ganz entspannt war ich bereits früh in Düsseldorf am Flughafen, um in aller Ruhe mein Gepäck einzuchecken und mich dann in die Lounge zu setzen. Ein paar letzte Mails noch und dann konnte ich endlich in den Urlaubsmodus schalten. Boarding war dann ebenfalls entspannt, auch wenn ich spüren konnte, wie einige Blicke sich in meinen Rücken bohrten, als der blauhaarige Typ da das Prio-Boarding nutzen durfte 🙂

In den 45 Minuten nach Frankfurt haben die Flugbegleiterinnen unter Hochdruck den – bei so einem kurzen Flug eigentlich überflüssigen – Service absolviert. Pünktlich um kurz vor halb zehn waren wir in Frankfurt.

Es wäre ja mal was ganz Neues, wenn der Flug via Frankfurt problemlos laufen würde. Im Normalfall gehen die USA-Flieger der Lufthansa in Frankfurt von den Z-Gates ab; da Lufthansa innerdeutsch normalerweise an den A-Gates ankommt, ist das eigentlich nur ein kurzer Weg – einmal eine Etage höher und weiter geht’s.

Es wäre auch zu schön gewesen. Gate C15 sollte es nun aber sein – also bitte einmal durch den ganzen Flughafen spurten. Da waren sie hin, die 45 Minuten Umsteigezeit. Schließlich standen noch eine neue Sicherheitskontrolle und vor allem die Passkontrolle an. Die automatisierte Passkontrolle war dann – natürlich – nicht verfügbar, ebensowenig ein Fast Track. Also mit allen anderen in eine lange Schlange, die dann von zwei (!) Bundespolizisten abgefertigt wurde.

Nach der Passkontrolle ging es noch einmal durch den Sicherheits-Check und dann endlich zum Gate. Netterweise liegt oberhalb von Gate C14/C15 eine Lounge, über die dann ein direktes Boarding ins Oberdeck möglich ist. So konnte ich mich noch kurz frisch machen und dann vom Lounge-Sessel direkt ins Oberdeck des Airbus A380 steigen – in die Lufthansa Business Class.

Ankunft in New York

Da wir wohl einen guten Rückenwind hatten und ich als einer der ersten aus dem Flieger steigen konnte, war ich entsprechend früh an der Immigration. Im Gegensatz zu den Papier-Fragebogen bei der Einreise in San Francisco zwei Jahre früher gibt es in New York JFK entsprechende Terminals, wo ein paar Fragen beantwortet werden müssen. Ein entsprechender Beleg wird ausgedruckt, den man dem Immigration Officer vorlegt. Auch hier ein Unterschied. Durfte ich in SF noch mein halbes Arbeitseben vorbeten, war die Konversation hier sehr kurz:

„Leisure or Business?“ – „Leisure“

„Here for your birthday?“ – „Yeah“

„Happy Birthday.“

Mein Gepäck lag bereits auf dem Band, so dass ich in Rekordzeit aus dem Sicherheitsbereich kam – eine halbe Stunde, bevor mein Blacklane-Fahrer mich abholte. Also hatte ich noch Gelegenheit, am den nächsten ATM zu suchen und ein paar Dollar zu ziehen.

Ich hatte mich für Blacklane entschieden, da ich dann von Anfang an mit einem Festpreis rechnen konnte. Vom Terminal waren es gerade mal fünf Minuten zum Wagen und dann ging es quer durch Queens Richtung Manhattan. An passender Stelle auf dem Queens Midtown Expressway wies der Fahrer mich dann auch direkt auf das erste Fotomotiv hin – Manhattan in seiner ganzen Pracht breitete sich vor uns aus…

Check-In im Sofitel New York

Wie schon gesagt – ich habe nicht nur meine Lufthansa Meilen in den Ring geworfen, sondern auch alle meine Accor-Punkte. In Manhattan hatte ich daher die Qual der Wahl zwischen dem Novotel Times Square und dem Sofitel. Da beide preislich relativ gleich lagen, hatte ich mich für das Sofitel New York entschieden.

Der Check-in war innerhalb von drei Minuten erledigt, als Statuskunde gab’s ein Update in eine höhere Zimmerkategorie und dann ging’s hoch in den 22. Stock.

Kurz auspacken, frisch machen und dann wieder los…

Central Park – Strawberry Fields

ImagineNach dem langen Flug und der gut einstündigen Fahrt wollte ich mir erstmal die Beine vertreten. Ein Spaziergang zum Central Park passte da am besten. Das Sofitel liegt in der 44th Street, der Central Park beginnt an der 59th, es waren also gut 15 Blocks.

Der 4. Juli ist ein typischer Picknick-Tag – daher war der Park auch massiv besucht. Auf jeder Grünfläche hatten sich die New Yorker ausgebreitet. Ich betrat den Park am Columbus Circle und hielt mich westlich bis ich Strawberry Fields erreichte. Das John Lennon Memorial in unmittelbarer Nähe war ebenfalls gut besucht.

An dieser Stelle habe ich dann auch den Park verlassen und stand vor dem eindrucksvollen Dakota, einem der bekanntesten Apartmenthäuser New Yorks. Hier vor seiner Haustür wurde John Lennon erschossen. Ein Stück weiter steht das The San Remo – ebenfalls ein Luxus-Apartmenthaus mit illustren Mietern wie Steven Spielberg, Dustin Hoffmann, Bono und Bruce Willis.

Reichenbach Hall

Reichenbach HallAuf der Fahrt zum Hotel hatte ich aus den Augenwinkeln eine bayrische Flagge zwei Strassen weiter gesehen. Da ich mir zum Geburtstag nun auch allmählich mal ein Bier gönnen wollte, betrat ich den als „Reichenbach Hall“ bezeichneten Raum – der war nicht nur optisch ein Bierkeller, sondern auch soweit herunter klimatisiert, dass mir doch recht frisch wurde.

Ab an die Theke und erstmal eine Maß Spaten Münchner Helles. Nachdem die erste Maß in annehmbarer Zeit in mir verschwunden war, orderte ich zur Sicherheit eine zweite – sehr zur Freude des Thekenpersonals. Da ich bereits beim Eintreten einen Blick auf die Teller der Anwesenden geworfen hatte, konnte ich das Angebot an „original German food“ dankend ablehnen.

Feuerwerk zum 4. Juli

Da in den USA mein Geburtstag immer sehr groß begangen wird, wollte ich mir das von Macy’s gesponserte Feuerwerk auch mal anschauen. In Vorbereitung der Reise hatte ich überlegt, ein Package in irgendeiner Rooftopbar oder in einem Restaurant am East River zu buchen – die rufen aber Preise auf, das muss echt nicht sein.

Also dachte ich mir, „gehste einfach zum Fluss und schaust mal“ – diesen Gedanken hatten allerdings auch einige andere Tausend Leute. Ich bin die 42th entlang bis zur 3rd Avenue gegangen.. dann war Schluss. Weiter ging es nicht mehr. Überall Menschen.

Also die 3rd weiter hoch und dann in der 44th nochmals Richtung Fluss. Hier bin ich bis zum UN-Gebäude gekommen – das Feuerwerk über dem East River war also auch nur teilweise zu sehen. Die UN steht halt gerne dazwischen, wenn’s knallt…

 

July 4th in New York Part II

Gepostet von Philipp Hüwe am Mittwoch, 4. Juli 2018

Laut Internet haben 25 Pyrotechniker in den 30 Minuten des Feuerwerks gut 75.000 Brandsätze abgefeuert. Das glaube ich sofort. Die Luft schmeckte nachher sogar nach Schwarzpulver und Schwefel…

Zu sehr wollte ich’s an meinem Geburtstag aber gar nicht krachen lassen, stand doch immerhin eine Tagestour nach Washington an.

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